Konzentrationszone für Windenergie soll Wildwuchs verhindern.

Dabei weist der seit 2011 gültige Flächennutzungsplan der Stadt entlang der Hochspannungsleitungen in Nachbarschaft zu den Wesselinger Windrädern eine rechtskräftige Windkraft-Konzentrationszone aus. Diese soll den Bau von Windkraftanlagen außerhalb dieser in der Rheinebene gelegenen Fläche ausschließen.

Villerücken bei HemmerichRösberg mp 012

Zeitungsmeldungen zu diesem Thema finden Sie unter Presseschau.

Windräder auf der Ville? Nicht mit dem LSV!

Windräder-2

Bornheim, 06.03.2019

Die Aufregung in den Bornheimer Vorgebirgsorten ist groß. Nicht nur die Stadtwerke Aachen (Stawag), die Innogy Essen (RWE), die REA Düren und die Enercon Aurich, sondern auch weitere Investoren bemühen sich um Pacht oder Ankauf von Grundstücken auf dem Ville-Rücken zwischen Brenig und Merten. Im bisher unbelasteten Kernbereich des Naturparks Rheinland wollen Unternehmen auf den Ackerflächen an den Waldrändern bis zu 19 Windräder errichten (siehe Karte).

Die Stawag hat ihre Planungen bereits den meisten Fraktionen im Rat der Stadt Bornheim unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgestellt. Firmen haben bereits zahlreiche Grundeigentümer zu internen Treffen mit dem Ziel eingeladen, Vorverträge zur Nutzung von Flurstücken abzuschließen.

Besichtigung

Hier ist ein Link zu einem 360°-Video einer Besichtigung eines 205 m hohen Windrades, damit man eine Vorstellung erhält, welch gigantische Ausmaße eine solche Anlage hat. Auf der Seite gibt es weitere Videos z. B. zum Bau einer solchen Anlage

Der LSV unterstützt diese vom Stadtrat mit großer Mehrheit im Konsens mit der Bevölkerung und dem LSV beschlossene Konzentrationszone nachdrücklich. Dem Beschluss war eine sorgfältige Abwägung auf Grundlage von Fachgutachten zur Wirtschaftlichkeit und zu den Umweltauswirkungen aus den Jahren 2008, 2009 und 2013 voraus gegangen. „Wir wollen, dass auch Bornheim seinen Anteil an der Energiewende leistet. Mit der Erhöhung der Durchleitungskapazitäten der Stromtrasse in der Rheinebene und der damit einhergehenden Erhöhung der Hochspannungsmasten waren wir deshalb ebenfalls einverstanden“, so LSV-Vorsitzender Dr. Michael Pacyna.

vorgeschlagene Flächen für Windräder auf der Ville

Konzentrationszone für Windenergie soll Wildwuchs verhindern

Windräder in der Konzentrationszone? Rechtssicherheit muss her!

Windräder auf der Ville kollidieren mit der Flugsicherung.

Windräder auf der Ville ebnen Weg für Bergbau-Vorhaben!

„Bei Ökostrom-Ausbau mehr auf Natur und Landschaft achten“!

Windräder auf der Ville entwerten unser größtes Erholungsgebiet.

Windräder kollidieren mit dem Landschaftsschutz.

Natur- und Artenschutz in Gefahr!

Aktualisierung des Sachstandes                                                                   

Inhalt

Konzentrationszone Windenergie

Bornheimer Windkraft-Konzentrationszone
(rechtskräftig seit 2011; X: entfällt wegen Neuauflagen zur Flugsicherung;    Windrad Symbol-kk: 3 Windräder möglich)

Eine PDF-Version dieser Stellungnahme finden Sie hier.

Blick von Ville nach Wesseling

Die Konzentrationszone liegt im Gegensatz zum Villerücken nicht in einem Landschaftsschutzgebiet. Der rechtskräftige Landschaftsplan Nr. 2 Bornheim bewertet den Bereich der Bornheimer Konzentrationszone als „Landschaftsteil ohne besondere Schutzausweisung“. Es liegen – anders als auf der Villehochfläche - auch keine Naturschutz- und FFH-Gebiete in unmittelbarer Nachbarschaft. Das Gebiet der Konzentrationszone hat im Vergleich zur Ville eine geringere Bedeutung für die Naherholung. Die Bewohner der Rheinorte nutzen eher das schöne Rheinufer und den Eichenkamp zum Spazierengehen. Das Landschaftsbild ist durch die Hochspannungsleitungen, die Wesselinger Windräder sowie die Wesselinger Petrochemie im Gegensatz zur bisher unberührten Ville stark vorbelastet. Hinzu kommt, dass bei Sechtem ein Umspannwerk zur Einspeisung des Windstroms bereits zur Verfügung steht.

Der Abstand der Konzentrationszone zur Wohnbebauung beträgt ca. 1.000 m. Die Rechtsprechung verlangt als Mindestabstand zu Siedlungen grundsätzlich nur die dreifache Höhe der Anlagen, bei der bisher vorgesehenen Höhe von 150 m also lediglich 450 m. Da der Schutzradius des Köln-Bonner Flughafens von den Luftfahrbehörden Jahre nach Festlegung der Bornheimer Konzentrationszone auf 15 km ausgeweitet wurde, darf auf der östlich liegenden Teilfläche der Konzentra- tionszone allerdings kein Windrad mehr gebaut werden (siehe Karte der Konzentrationszone). Davon profitiert die Wohn- bevölkerung von Widdig, Uedorf und Hersel. Denn dadurch wächst der Abstand zu den Windrädern deutlich über 1.000 m hinaus.

Blick vom Vorgebirge: Die Bornheimer Konzentrationszone liegt vor den Wesselinger Windrädern und  der Petrochemie

Windräder in der Konzentrationszone? Rechtssicherheit muss her!

Nach einem Gutachten des Rhein-Sieg-Kreises ist aus Gründen der Flugsicherung nur noch im westlichen Teilbereich der Bornheimer Konzentrationszone der Bau von drei Windrädern zulässig. Das Gebiet liegt zwar nicht im kritischen Bereich des Landeanflugs für die Querwindbahn (Richtung Ost-West) des Flughafens Köln-Bonn, kann aber bei höheren Windrädern möglicherweise Radarirritationen verursachen.

Es muss jetzt überprüft werden, ob bei einer Reduzierung der Windräder in der Bornheimer Konzentrationszone von sechs auf drei Anlagen bei gleichzeitig stark verringerter Einspeisevergütung von 14 ct/kWh auf weniger als 5 ct/kWh und einer Höhenbegrenzung der Anlagen auf 150 m (Rotorspitze) überhaupt noch eine wirtschaftliche und ausreichende Windstrom-Erzeugung möglich ist. Das Bundesverwaltungsgericht fordert in Konzentrationszonen nämlich eine Stromproduktion in „substanziell ausreichenden Umfang“, ohne den erforderlichen Umfang näher zu definieren.

Sollte dies nicht der Fall sein, droht die Konzentrationszone ihre Ausschlusswirkung zu verlieren. Anträge auf weitere Windkraftanlagen könnten dann grundsätzlich für den gesamten Bornheimer Freiraum beim Rhein-Sieg-Kreis gestellt werden. Die Stadt hätte kaum Möglichkeiten, diesen Wildwuchs zu steuern. 

Die Stadtverwaltung hat deshalb eine Fachanwaltskanzlei beauftragt, die Ausschlusswirkung der Bornheimer Windkraft-Konzentrationszone unter den heutigen Bedingungen zu überprüfen. Ist die Ausschlusswirkung fraglich, soll die Kanzlei Vorschläge unterbreiten, wie die Konzentrationszone wieder rechtssicher gemacht werden kann.

Bei der Überprüfung ist zu berücksichtigen, dass die neuesten Anlagen für Binnenstandorte deutlich mehr Strom produzieren als die Windradtypen, die 2011 Stand der Technik waren. Bislang sah die Stadt Bornheim in der Konzentrationszone 6 Anlagen mit jeweils 2,3 MW Leistung und einem Jahresertrag von insgesamt 24 Millionen kWh vor. Damit wäre der Strombedarf von etwa der Hälfte der Bornheimer Bevölkerung zu decken. Schwachwind-Anlagen mit 200 m bis 240 m (Rotorspitze) erreichen heute eine Leistung von 3,5 MW mit einem Jahresertrag von 11 Millionen kWh. Bei drei Anlagen ist ein Jahresertrag von 33 Millionen kWh zu erwarten. Man könnte also mit drei höheren Anlagen deutlich mehr Strom erzeugen als mit den ursprünglich geplanten sechs auf 150 m Höhe begrenzten Anlagen.

Die Flugsicherungsbehörden weigern sich, ohne konkreten Antrag Auskunft darüber zu geben, ob sie höheren Windrädern westlich der Hochspannungsleitung zustimmen werden. Die Enercon will deshalb in Absprache mit Stadt und Kreis eine höhere Anlage beantragen, um endlich eine konkrete Aussage des Bundesamtes für Flugsicherung über die zulässige Höhe von Windrädern in der Bornheimer Konzentrationszone zu erhalten. Wir empfehlen im Zusammenhang mit diesem Antrag, Windräder mit einer Radarstrahlen absorbierenden Beschichtung anzubieten.

Notfalls ist der LSV bereit, auch höhere Windräder oder eine geringfügige Ausdehnung der westlichen Teilfläche zu akzeptieren, wenn nur so erreicht werden kann, dass es nicht zu einem von der Stadt kaum kontrollierbaren Bau von Anlagen im gesamten Bornheimer Freiraum kommt.

Solange die Konzentrationszone auf ihre Rechtssicherheit hin geprüft und erforderlichenfalls durch ein Änderungsverfahren im Flächennutzungsplan angepasst wird, muss der Rhein-Sieg-Kreis Bauanträge außerhalb der Konzentrationszone zurückweisen. Entschädigungsanträge von Antragstellern wären während des laufenden Verfahrens völlig aussichtslos.

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Windräder auf der Ville kollidieren mit der Flugsicherung.

Ob allerdings Windkraft-Anlagen mit Höhen von 200 – 240 m Rotorspitze auf der Ville zulässig sind, ist zweifelhaft. Der Militärflughafen Nörvenich liegt in der Nähe. Hier sind Radarreflexionsprobleme zu erwarten. Die Bundespolizei in Heimerzheim übt in dem Gebiet Hubschrauberflüge in Bodennähe zur Gewährung der „Staatssicherheit“. Der Flugverkehr Hangelar und der gesamte Sichtflugverkehr in der Region wären ebenso betroffen, so z.B. auch die Ultraleichtflieger aus Weilerswist. Sogar vom Modellfluggelände bei Waldorf muss aufgrund der Wirbelschleppen (Luftturbulenzen, welche sich im Leebereich von Windrädern bilden) ein Abstandsradius von 500 m eingehalten werden. Aufgrund unserer Recherchen gehen wir davon aus, dass auf der Ville nur Windräder mit höchstens 150 m Rotorspitzen-Höhe zulässig sind.

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Windräder auf der Ville ebnen Weg für Bergbau-Vorhaben!

Nach dem Ende der Bergbaupläne zwischen Roisdorf und Brenig im Jahr 2011 und nach dem Verzicht der Bezirksregierung Köln im Jahr 2012 auf die Darstellung des Bergbaubereichs Sonnenhof bei Rösberg im Regionalplan wurden die seit 1975 tobenden heftigen Auseinandersetzungen um Bergbauvorhaben endlich beigelegt. Die Rettung der Ville-Landschaft vor großflächigen Abgrabungen war nur möglich, weil die Stadtverwaltung und alle Ratsfraktionen gemeinsam mit dem Landschafts-Schutzverein an einem Strang zogen. Der LSV setzt darauf, dass auch im kommenden Regionalplan auf der Hochebene keine neuen Bergbaugebiete ausgewiesen werden, weil die Landschaft bisher ungestört ist.

Das soll so bleiben, wäre mit Windrädern aber schnell vorbei. Neben den Anlagen müssten ein Umspannwerk und ein Leitungsnetz zum Transport des Stroms errichtet werden. Die Kernzone des Naturparks Rheinland wäre dann fast so vorbelastet wie der Bereich der Bornheimer Konzentrationszone. Neuen Bergbauvorhaben wäre der Weg geebnet!

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„Bei Ökostrom-Ausbau mehr auf Natur und Landschaft achten.“

2022 soll in Deutschland das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet werden, bis 2038 auch der Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung geschafft sein. Zudem ist bei der Elektromobilität von hohen Zuwachsraten auszugehen. Doch wo soll dann der Strom herkommen? Da liegt die Vermutung nahe, dass jetzt auch auf naturnahe Flächen wie Landschaftsschutzgebiete zurückgegriffen werden muss, um durch Windenergie und Fotovoltaik genügend Ökostrom erzeugen zu können.

In seinem im Februar 2019 vorgestellten „Erneuerbare Energien Report“ weist das Bundesamt für Naturschutz (BfN) diese Vermutung allerdings entschieden zurück. „Grundsätzlich sei es möglich, den Ausbau in Einklang mit dem Naturschutz zu bringen, selbst wenn bis 2050 der komplette Strom in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen käme “, so BfN-Präsidentin Beate Jessel bei der Vorstellung des Reports. Enorme Potentiale sieht das BfN u.a. im sparsameren Umgang mit Energie durch effizientere Technik und im Ausbau von Solaranlagen auf Gebäuden. Es könne nicht sein, dass zunehmend naturnahe Flächen für die Erzeugung erneuerbarer Energien in Anspruch genommen werden, „da Klimaschutz zwingend notwendig sei, um Arten und Lebensräume zu erhalten.“ Beim Bau neuer Windräder müsse deshalb „künftig mehr Rücksicht auf den Schutz von Tieren, Pflanzen und Landschaften“ genommen werden.

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Windräder auf der Ville entwerten unser größtes Erholungsgebiet.

Windkraft-Anlagen, Umspannwerke und Stromleitungen zwischen Waldesrand und den Ortschaften Brenig, Waldorf, Hemmerich, Rösberg und Merten würden das wertvolle und von vielen Menschen genutzte Regionalerholungsgebiet in der Kernzone des Naturparks Rheinland nicht nur visuell in unzumutbarer Weise beeinträchtigen.

Zur Zerstörung des Landschaftsbildes kommt der Lärm, den Windräder erzeugen. Dieser hängt von Material und Bauart ab. Die Wesselinger Windräder sind relativ leise, da Gittermasten keine Reflektionsflächen bilden und Eigenschwingungen sich nicht aufbauen können. Die in Europa üblichen zylindrischen Stahlrohr- und Betontürme hingegen reflektieren den Schall durch ihre geschlossene Bauart. Sie erzeugen durch Eigenschwingung weitere Geräusche wie Infraschall, langwellige Schallwellen im Untergrund (siehe auch https://www.wind-energie.de/themen/anlagentechnik/konstruktiver-aufbau/turm-und-mast).

Alle uns bekannten Unternehmen, die ein Auge auf die Ville geworfen haben, bauen Anlagen in Turmbauweise.

29.2

Wesselinger Windräder mit Gittermasten

Turmanlagen

So könnte es demnächst auf der Villehochfläche aussehen

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Windräder kollidieren mit dem Landschaftsschutz.

Der von den Anlagenplanern ins Auge gefasste Villebereich steht laut dem rechtskräftigen Landschaftsplan Nr. 2 Bornheim vollständig unter Landschaftsschutz. Dieser untersagt grundsätzlich jegliche baulichen Anlagen. Dazu gehören auch die Errichtung von Windrädern und Stromleitungen. Dieses Bauverbot wird auch durch die Privilegierung von Windrädern im Außenbereich nicht aufgehoben. Laut der Entwicklungskarte des Landschaftsplans liegt der von den Unternehmen ins Auge gefasste Bereich zum größten Teil im Landschaftsschutzgebiet mit dem Entwicklungsziel 1a: "Erhaltung einer mit naturnahen Lebensräumen oder sonstigen natürlichen Landschaftselementen reich oder vielfältig ausgestatteten Landschaft", zu einem kleinen Teil im Landschaftsschutzgebiet mit dem Entwicklungsziel 2: "Anreicherung einer im ganzen erhaltungswürdigen Landschaft mit naturnahen Lebensräumen und mit gliedernden und belebenden Elementen".

Eine „Ausnahme“ von diesem Verbot wäre nach dem Landschaftsgesetz NRW nur möglich, wenn der Landschaftsplan eine solche „Ausnahme“ ausdrücklich vorsieht. Das aber ist beim Bornheimer Landschaftsplan nicht der Fall. Da Windkraft- anlagen nicht der "Gestaltung der Landschaft angepasst" werden können und dem "Schutzzweck" entgegen stehen, kann der Kreis bei Einzelanträgen für Windräder keine „Ausnahmen” erteilen.

Sollten allerdings Bauanträge für Windkrafträder auf der Ville gestellt werden, könnte der Rhein-Sieg-Kreis als zuständige Genehmigungsbehörde und als Untere Naturschutzbehörde unter bestimmten Voraussetzungen eine „Befreiung“ vom Bauverbot des Landschaftsplans Bornheim 2 erteilen. Voraussetzung: Alle anderen gesetzlichen Erfordernisse, welche die geplanten Windkraftanlagen erfüllen müssen, wären gegeben. Dies käme möglicherweise dann in Betracht, wenn der  Bau von Windkraftanlagen auf der Ville als gewichtiger zu bewerten wäre als die mit dem Landschaftsschutz verfolgten öffentlichen Belange. Hierfür liegen derzeit und nach Einschätzung des LSV auch künftig keinerlei ausreichenden Anhaltspunkte vor. Eine Befreiung bedarf zudem der Zustimmung des Naturschutzbeirates bei der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises und des Einvernehmens der Stadt Bornheim

Villerücken bei HemmerichRösberg mp 012

Bisher ungestörter Ville-Rücken bei Rösberg und Hemmerich

Natur- und Artenschutz in Gefahr!

Die geplanten Anlagen auf den Ackerflächen der Ville sollen möglichst weit entfernt von den betroffenen Vorgebirgsorten errichtet werden. Dadurch rücken sie in unmittelbare Nachbarschaft zu den Villewäldern mit ihren wertvollen Naturschutzgebieten und dem streng geschützten FFH-Gebiet des Waldes zwischen Merten und Weilerswist (siehe Karte mit Potentialflächen).

Aber nicht nur im Wald, sondern auch auf den Ackerflächen kommen geschützte Arten vor. Gesichtet werden z.B. Rotmilan, Kornweihe, Steinkauz, Falken, Feldlerche, Rebhuhn, Kiebitz und Fledermäuse. Solche planungsrelevanten Arten, die gesetzlich streng geschützt sind, haben bereits vielerorts zum Scheitern von Windenergie-Plänen geführt. Vögel und Fledermäuse können durch Windräder gefährdet werden. Die 50 m langen Rotorblätter einer 200 m hohen Anlage erreichen an der Spitze eine Geschwindigkeit von über 280 km/h.

Außerdem liegt der Bornheimer Ville-Rücken im Bereich von Vogelzugrouten, z.B. von Wildgänsen und Kranichen. Diese überqueren die Rheinebene in relativ großer Höhe, überfliegen die Ville aber deutlich niedriger: „Individuenverluste durch Kollision entstehen insbesondere bei Nachtziehern, aber auch bei Tagziehern bei schlechten Wetterbedingungen. Bei bewölktem Himmel ziehen Vögel stets unterhalb der Wolkendecke“ (Cochet Consult 2009). Bei Windrädern auf der Ville drohen somit viel häufiger Kollisionen von Zugvögeln mit Windrädern als in der Rheinebene.

Diese Problematik erklärt vielleicht auch die Beschränkung der Vorhabensträger auf höchstens 19 Windräder. In der Regel sind erst ab 20 Einzelanlagen eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Öffentlichkeitsbeteiligung erforderlich.

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Aktualisierung des Sachstandes

Der LSV wird den Sachstand um die Windenergie-Planung je nach Bedarf aktualisieren. Wir warten jetzt auf die Stellungnahme der Fachanwaltskanzlei zur Rechtswirksamkeit der Bornheimer Windkraft-Konzentrationszone. Das Gutachten wird für Ende April erwartet.

Stand 08.04.2019

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Wer gerne lesen möchte, wie ein geplanter Windpark zu Zerwürfnissen in einer Dorfgemeinschaft führen kann, sei der Roman von
Juli Zeh “Unter Leuten” empfohlen.

Juli_Zeh
Karte Ville Windenergie-2
Folie1

Naturschutzgebiete und Fauna-Flora-Habitate rund um die geplanten Windräder

Am 16.04.2019 fand eine Bürgerversammlung in Hemmerich statt, zu der die Interessengemeinschft “Gegenwind” eingeladen hatte. Der LSV war gebe- ten worden, hierzu seine Positionen vorzustellen. Hier ein Pressebericht dazu.

Windräder auf dem Ville-Rücken? Wir schützen unsere Heimat!

Informationsabend zum aktuellen Stand der Windenergie- planungen im Bornheimer Stadtgebiet

Mittwoch, 27. November 2019, 19:00 Uhr

Aula der Mertener Grundschule (Martinus-Schule), Beethovenstraße 57
(Eingang über den Schulhof)

Alle Interessierte sind eingeladen; bringen Sie auch Ihre Freunde und Bekannten mit.

Der LSV unterstützt nach wie vor den Bau von Windenergie- anlagen an der Hochspannungstrasse in der Rheinebene.

 Grundsätzliche Bedenken hat der Verein allerdings gegen Windräder auf der Villehochfläche zwischen dem Wald und der Wohnbebauung von Merten, Rösberg, Hemmerich und Waldorf.

Auf der Veranstaltung erläutert der LSV,

Bei dem Info-Abend soll außerdem über Möglichkeiten des weiteren Vorgehens des LSV und der betroffenen Anwohner diskutiert werden.

 

Logo_LSV_1 (Vektor)

Stand:13.11.2019